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Verschiedene Erkrankungen des Nervensystems manifestieren sich im mittleren bis höheren Lebensalter. Daher sollte ein Anti-Aging- Konzept auch auf eine Vorbeugung dieser Nervenleiden ausgerichtet sein.
Im Hinblick auf das Gehirn sind die Alzheimer´sche Erkrankung, der Morbus Parkinson und Hirndurchblutungsstörungen infolge der Atherosklerose von besonderer Häufigkeit und Bedeutung. Zusätzlich kann sich im höherem Alter ein Abbau der Hirnfunktion durch zunehmende Degeneration und Rückbildung funktionsfähiger Nervenzellen (Hirnatrophie)
entwickeln. Im Bezug auf die peripheren Nerven, welche vom Zentralnervensystem (Hirn und Rückenmark) ihren Ausgang nehmen und die gesamten Organe und Gewebe des Körpers versorgen, können sich mit zunehmendem Alter
ebenfalls Schäden entwickeln, die als Neuropathie bezeichnet werden. Die häufigsten Ursachen dieser peripheren Nervenschäden sind Diabetes mellitus und übermässiger Alkoholkonsum. Schliesslich können sich auch psychische
Veränderungen mit zunehmendem Lebensalter manifestieren. Hierdurch kann sowohl die Stimmungslage als auch die kognitive Leistungsfähigkeit herabgesetzt sein.
Im Rahmen des Anti-Aging wirken sich alle vorbeugenden Massnahmen im Hinblick auf gefässbedingte Erkrankungen des Nervensystems günstig aus, die einer Atherosklerose im Allgemeinen entgegenwirken. Zusätzlich ist auch eine Vermeidung bzw. optimierte Behandlung der Zuckerkrankheit sowie ein begrenzter Genuss von Alkohol von Wichtigkeit, um einer Schädigung der peripheren Nerven (Neuropathie) vorzubeugen.
Im Hinblick auf die Ernährung kann eine angemessene Kalorienreduktion zum Erhalt der geistigen Leistungsfähigkeit beitragen. Die im Kapitel zur Ernährungstherapie im Einzelnen aufgeführten Radikalfänger wirken sich auch positiv auf die langfristige Intaktheit der Nervenzellen aus. Es wird diskutiert, dass diese Radikalfänger, insbesondere Vitamin E und CO-Enzym 1,
möglicherweise auch der Entstehung des Morbus Alzheimer entgegenwirken und das Fortschreiten einer bestehenden Alzheimer´schen Erkrankung verlangsamen können.
Die Amminosäuren Tyrosin und Tryptophan, weiterhin die mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren und B-Vitamine wirken sich u. a. positiv auf die Hirnfunktionen aus und können depressiven Verstimmungszuständen vorbeugen.
Pflanzenpräparate, welche Ginkgo biloba enthalten, wirken nicht nur bessernd auf die im Alter nachlassenden Sexualfunktionen, sondern können über eine Erhöhung der Serotonin-Spiegel Depressionen vorbeugen und die Merkfähigkeit verbessern.
Eine Steigerung der Gedächtnisleistungen kann auch durch L-Carnitin erreicht bzw. erhalten werden. Dieses findet sich in Eiern, Sojabohnen, Kohl, Erdnüssen und Blumenkohl.
Eine psychologische Behandlung, welche eine Beitrag zum langfristigen Funktionserhalt der geistigen Leistungsfähigkeit liefern kann, stellt das “Hirn-Jogging” dar. Hier werden regelmässige programmierte Aufgabenstellungen zwecks Trainings von Konzentrationsvermögen und Merkfähigkeit durchgeführt.
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Prof. Dr. Piper, Meduna-Klinik, 56864 Bad Bertrich, Tel.: 02674 / 182 0, Fax: 02674 / 182
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