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Es existieren Erkenntnisse, dass eine Beibehaltung sexueller Aktivität auch im mittleren und höheren Lebensalter positive Beiträge für die allgemeine Gesunderhaltung leisten und auf diese Weise die
Zielsetzungen eines Anti-Aging unterstützen kann.
So haben Studien beispielsweise gezeigt, dass sexuelle Aktivität den Cholesterinspiegel günstig beeinflusst, eine Blutdrucksenkung unterstützen kann und die kalorien- und fettverbrennenden Stoffwechselprozesse fördert. Zusätzlich kann schädlicher Stress durch sexuelle Aktivität abgebaut und das Immunsystem gestützt werden. Durch sexuelle Aktivität konnte bei Männern im Alter zwischen 45 und 59 Jahren das Herztodesrisiko um 50 % gesenkt werden.
Nicht selten formulieren Patienten im höheren Lebensalter Ängste, sich durch sexuelle Aktivität gesundheitlich zu gefährden, so z.B. infolge einer befürchteten übermässigen Herz-Kreislauf-Belastung. In diesem
Zusammenhang ist zu berücksichtigen, dass die hiermit einhergehenden Belastungen des Herz-Kreislauf-Systems im Normalfall etwa einer Belastung mit 75 Watt auf dem Fahrradergometer vergleichbar sind; dies entspricht
ungefähr einem gemässigten Treppensteigen in normaler
Gehgeschwindigkeit. In sofern kann festgehalten werden, dass zumindest diejenigen Patienten, die komplikationslos bis ca. 75 Watt belastbar sind, auch ohne
erwartbare Komplikationen sexuelle Aktivitäten beibehalten können. Entsprechend existieren Studien, die belegen, dass unter dieser Prämisse auch Patienten mit abgelaufenem Herzinfarkt keinen erhöhten
Komplikationsraten erliegen, wenn sie in einer stabilen Partnerschaftsbeziehung sexuell aktiv sind.
Die verschiedenen ernährungsbezogenen und hormonellen Faktoren, welche die Sexualfunktion mit zunehmendem Lebensalter hemmen oder stimulieren können, werden in den zugehörigen Kapiteln ausführlich dargelegt
(Ernährungstherapie, Hormontherapie, sexuelle Probleme).
Auch körperlich aktivierende Behandlungen, wie sie bei jeder Anti-Aging-Behandlung primär aus anderen Gründen eingesetzt werden, können sich zusätzlich auch verbessernd auf die Sexualfunktion auswirken.
Bei patientenseitigem Bedarf kann auch eine ärztliche und / oder psychologische Beratung zu Fragen der Sexualität und ihrer Praktizierung im Rahmen einer ganzheitlichen Anti-Aging-Behandlung sinnvoll sein.
Copyright:
Prof. Dr. Piper, Meduna-Klinik, 56864 Bad Bertrich, Tel.: 02674 / 182 0, Fax: 02674 / 182
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