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Unter gesundheitserhaltendem Aspekt sollte eine Trainingstherapie schwerpunktmässig darauf ausgerichtet sein, die körperliche Ausdauer und auf diesem Wege die Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislauf-Systems zu
verbessern. Neben einer Steigerung der Herz-Kreislauf-Leistung vollziehen sich unter einem regelmässig praktizierten Training vielfältige positive Effekte auf Hormonhaushalt, Stoffwechselfunktionen und
Bewegungsapparat, welche einem Anti-Aging zugute kommen.
Vor Aufnahme einer medizinischen Trainingstherapie ist im Regelfall ein Belastungs-EKG durchzuführen, um die bei Behandlungsbeginn bestehende Leistungsfähigkeit zu ermitteln und hierauf basierend einen geeigneten Trainingsplan aufstellen zu können.
Üblicherweise sollte ein Training so gestaltet werden, dass sich der Patient pro Trainingssitzung bis zu etwa 80-90 % seiner maximalen Belastbarkeit belastet. Für den “Hausgebrauch” werden zur Festlegung dieser
Trainingsgrenze 80-90 % des maximalen Belastungspulses als oberer Grenzwert für den Trainingspuls veranschlagt. Wenn beispielsweise ein Patient bis zu einem maximalen Puls von 150 pro Minute belastbar ist, sollte der obere Trainingspuls mit etwa 120-135 pro Minute angesetzt werden, entsprechend 80-90 % des Maximalpulses.
Werden diese Trainingsgrenzwerte eingehalten, können eine übermässige, nicht zur Steigerung der Fitness beitragende Erschöpfung und eine Übersäuerung des Organismus infolge vermehrter Milchsäurebildung vermieden
werden.
In der Sportmedizin besteht grundsätzlich die Möglichkeit, während eines ärztlichen Belastungs-Tests und auch trainingsbegleitend neben einer Erfassung der Herz-Kreislauf-Reaktion in engen Abständen den Verlauf der
Milchsäurespiegel (Laktatspiegel) im Blut zu bestimmen (sog. Laktatmessungen). Auf diese Weise kann sehr genau die kritische Grenzbelastung ermittelt werden, bei der es zu einem unerwünschten Anstieg des
Laktatsspiegels kommt. Für die Routineanwendung im Patienten- und Breitensport hat sich andererseits diese Trainingssteuerung mittels Laktatmessung unter Aspekten des Aufwandes und der Probandenbelastung nicht
durchgesetzt.
Zur systematischen Leistungsverbesserung sollte ein überwachtes Ergometertraining zumindest etwa an fünf Tagen in der Woche durchgeführt werden. Je nach Situation und patientenseitiger Bevorzugung können Fahrrad- und Laufbandergometer mit vergleichbarem Erfolg eingesetzt werden. Alternativ kann auch ein Gerätetraining an Ruderapparaten durchgeführt werden.
Zusätzlich können verschiedene nicht gerätegebundene Trainingsmethoden zur Verbesserung der Ausdauer eingesetzt werden. Geeignet sind beispielsweise Lauf- und Schwimmtraining, aber auch forciertes
Spazierengehen (“Power-Walking”) und sonstiges Konditionstraining. Auch bei diesen Trainingsformen sollte der vorgenannte maximale Trainingspuls beachtet und nicht überschritten werden.
Unter Aspekten einer Herz-Kreislauf-Prävention konnte gezeigt werden, dass für eine wirksame, langfristig angelegte Vorbeugung mindestens drei Mal pro Woche auf Dauer eine Ausdauerbelastung über mindestens 30
Minuten durchgeführt werden muss. Schon hierdurch kommt es zu einer Leistungssteigerung des Herzens, einer Ökonomisierung der Herztätigkeit und einer Verbesserung der peripheren Durchblutung und Sauerstoffausschöpfung in den Geweben, speziell der Muskulatur.
Unter Aspekten einer allgemeinen Verbesserung des körperlichen Wohlbefindens kann ein solches aus Ausdauer ausgerichtetes Training auch mit sonstigen Trainingselementen kombiniert werden, die andere Zielsetzungen verfolgen. Mit solchen Übungen kann ein Beitrag zur Verbesserung von Kraft, Schnelligkeit und Koordination geleistet werden. Hierdurch kann die allgemeine “Wellness” verbessert werden.
Im Falle orthopädischer Problemstellungen muss bei Durchführung einer Trainingstherapie berücksichtig werden, dass ungünstige Fehlbelastungen der jeweils betroffenen Skelettabschnitte zu vermeiden sind. Sofern orthopädische Erkrankungen im Vordergrund stehen, sind daher an Stelle der vorerwähnten Trainingstherapien oftmals andere Verfahren der Physiotherapie von höherer Bedeutung, um die Beweglichkeit bzw. Gebrauchsfähigkeit der betreffenden Regionen zu verbessern und auf eine Rückbildung ggf. bestehender Schmerzen hinzuwirken. Nähere Einzelheiten zu diesem Behandlungsverfahren finden sich im Kapitel zur Physiotherapie.
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Prof. Dr. Piper, Meduna-Klinik, 56864 Bad Bertrich, Tel.: 02674 / 182 0, Fax: 02674 / 182
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